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Erfindung des Surrealismus

Im Jahr 1967 feierte das Schauspielstudio eine besondere Premiere: Stefan Horn, Mitglied des Landestheaters hatte das surrealistische Drama „Les Mamelles de Tirésias“ erstmalig ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel „Die Euter des Theresias“ inszeniert.

In dem Stück von Guillaume Apollinaire, welches von einigen der vielen Geschichten über den Thebener Wahrsager Teiresias inspiriert ist, verwandelt die Protagonistin Thérèse sich in einen Mann, mit dem Ziel, die herrschende Ordnung zu brechen und Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu erreichen – ein Drama mit außergewöhnlich starken feministischen und pazifistischen Elementen, bedenkt man, dass es im Jahre 1907 uraufgeführt wurde. Im Übrigen mit einer ganz eigenen Art von Premiere, denn der Autor hatte den Begriff „Surrealismus“ zur Beschreibung der literarischen Gattung seines Textes eigens erfunden.

In der burlesken Inszenierung spielten Birgit Kathan und Hansjürgen Schneider die jeweils weibliche und männliche Gestalt der Hauptfigur. Das Urteil der Darmstädter Studentenzeitung dds lautete „Das Schauspielstudio ist keine Laienschar.“ und befand, der für die Inszenierung (ohne Bewerbung) vergebene Merckpreis von stolzen 1000,- DM gehe „in Ordnung“.

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